Veganer Käse – Nein Danke!

Wenn ich vor wenigen Jahren einen Vegetarier gefragt habe, warum er noch tierische Produkte konsumiere, bekam ich oft die Antwort: „Ich kann auf Käse nicht verzichten.“ Inzwischen sagt das niemand mehr, denn für fast alle Käsesorten gibt es eine pflanzliche Alternative. Pizzaschmelze, Blauschimmelersatzkäse, Camembert-Ersatz und Brotbelag findet man in Bioläden und selbst in zahlreichen Discountern.

Wer sich für einen veganen Artikel entscheidet, geht eigentlich davon aus, dass er ein gesundes, nachhaltiges Produkt erhält. Das habe ich insbesondere bei Menschen erlebt, die sich nicht für einen konsequenten veganen Lebensstil entschieden haben, aber sich und der Umwelt ab und zu etwas Gutes tun wollen. Ein Vegan-Siegel bedeutet jedoch nicht, dass man damit auch ein hochwertiges Produkt erhält. Fraglich ist dabei alleine schon der Preis: Für 100 Gramm eines Parmesan-Ersatzes, der primär aus Maisstärke besteht, kann man gut und gerne knapp fünf Euro bezahlen. Da nutzt es auch nicht viel, dass diese aus kontrolliert biologischem Anbau stammt.

Zusatzstoffe und Allergien!

Wer nicht gerade zu viel Zeit hat oder wie ich an Allergien leidet, widmet häufig den Inhaltsstoffen viel zu wenig Aufmerksamkeit. Schaut man jedoch genauer hin, entsteht bei Käsealternativen oftmals den Eindruck, ein gesamter Chemiebaukasten sei für die Herstellung zum Einsatz gekommen: Emulgatoren, Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Stabilisatoren. Diese sind auch bitter nötig, denn der Verbraucher erwartet ein Produkt, das dem tierischen Äquivalent in nichts nachsteht. Geschmack, Geruch, Konsistenz und sogar für die Verpackung des Ersatzproduktes sollten am besten bis ins letzte Detail simuliert werden.

Für Menschen wie mich, die sich nicht nur ohne Tierleid, sondern auch bewusst gesund ernähren wollen, sind diese Stoffe längst ein No-Go. Selbst wenn es einigen Herstellern gelingt, zumindest auf umstrittene und bedenkliche Zusatzstoffe zu verzichten, handelt es sich beim Käseersatz doch immer um ein hochgradig verarbeitetes Produkt, das nicht gesund ist. Bei der Herstellung werden wertvolle Ressourcen verbraucht und durch der Umwelt durch viele Verarbeitungsschritte einen nicht zu unterschätzenden Schaden zufügt. Selbst die Grundstoffe des veganen Käses haben es in sich. Leider kommt immer noch viel zu häufig das höchst umstrittene Palmöl aus unklarem Anbau zum Einsatz, für das die letzten Lebensräume der Orang-Utans abgeholzt werden.

Was nun?

Im besten Fall ist der Käseersatz zwar nicht schädlich, liefert aber keinerlei Nutzen, da die lebenswichtigen Vitalstoffe fehlen. Dafür enthält er meist einen viel zu hohen Fettanteil und dazu noch eine gehörige Ladung Salz. Genau wie bei den tierischen „Originalprodukten“ werden über die Verpackung zusätzlich noch Mineralöl oder gesundheitsschädliche Kunststoffe frei Haus mitgeliefert.

Deshalb: Wer sich nachhaltig, gesund, bewusst und tierleidfrei ernähren will ist besser beraten, seine eigene, kreative Küche zu entwickeln. Ich verwende dafür frische, saisonale Produkte, die wenn möglich aus der Region stammen. Dann brauche ich zum Beispiel für meine Pizza keinen Käse mehr, ganz egal, ob aus tierischen oder pflanzlichen Produkten.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.